Modellbau-Untersuchungsausschuss: Dreifachmörder auf Du und Du mit Haderthauer

Die Aussage des Zeugen Roland S. im Modellbau-Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags am 26. Juni hat aus der Sicht des Fürther SPD-Abgeordneten und Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses Horst Arnold gezeigt, dass die frühere Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer in der Firma Sapor Modellbau eindeutig Verantwortung getragen hat. “Christine Haderthauer stand mit dem Modellbauer Roland S. auf Du und Du, seit sie bei der Jahrtausendwende gemeinsam beim Essen waren und auch die Geburtstage von Roland S. und Hubert Haderthauer gemeinsam feierten”, erklärt Arnold. Christine Haderthauer sei “mitten im Geschäft” gewesen, führte Roland S. aus.

Roland S. hat das ausbeuterische Geschäftsmodell durch die von Hubert und Christine Haderthauer getragene Firma Sapor eindrucksvoll beschrieben. “Er hat wie ein Manager gearbeitet und wurde mit einem Butterbrot abgespeist”, konstatierte Arnold. Besonders bedauerlich sei es in diesem Zusammenhang, dass der Dreifachmörder innerhalb von 25 Jahren offenbar so gut wie nicht therapiert wurde. Wie der Zeuge ausführte, habe er erst im Jahr 2014 einen Therapieplan bekommen.

Ein bezeichnendes Licht warf die Darstellung des Zeugen auf die eklatanten Sicherheitsmängel in der bayerischen Forensik. So hätten die Insassen des Bezirkskrankenhauses Ansbach zum Beispiel selbst die Gewalt über einen Schlüssel für die Fenster im Arbeitsraum der Modellbauer gehabt. Roland S. sagte, er hätte mehrfach die Möglichkeit zur Flucht gehabt, diese aber nicht genutzt. Der Zeuge genoss durch seine Tätigkeit für den Modellbau eine Vorrangstellung, er hatte Ausgang und konnte mit anderen ins Kino gehen. Ein weiteres Beispiel: Mit seinem Arbeitstherapeuten holte er einmal 3200 Mark von der Bank, um dann gemeinsam mit ihm Arbeitsmaterial in Fürth zu kaufen.