„Digitalisierung in der Schule – ein Feigenblatt der Ahnungslosigkeit?“ – Die SPD-Landtagsfraktion lud ein zum Empfang „Digitale Bildung“

Die Digitalisierung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Der Ausbau der notwendigen Infrastruktur kommt in Bayern nur schleppend voran. Doch auch die Bildungseinrichtungen im Freistaat sind gefordert. Welche Möglichkeiten sich dadurch bieten und welche Herausforderungen für alle politischen Ebenen entstehen, darüber wurde auf dem Empfang der SPD-Landtagsfraktion auf Einladung von SPD-Fraktionsvize Horst Arnold kontrovers diskutiert.

Zum Empfang konnte der Gastgeber, der stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion Horst Arnold, rund 100 Gäste aus den örtlichen Schulen, Eltern- und Lehrerverbänden sowie Schülerinnen und Schüler und zahlreiche Interessierte begrüßen. In seinem Grußwort umriss er die besondere Herausforderung, die sich durch die Digitalisierung für die Bildungsstätten ergeben und forderte: „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Freistaat und seine konservative Staatsregierung täten gut daran, die Kommunen endlich hierbei nennenswert zu unterstützen.“ Denn, so Arnold, der bisher aufgelegte Masterplan Digitalisierung reiche nicht aus. „Digitalisierung an den Schulen ist in Bayern ein Feigenblatt der Ahnungslosigkeit. Die CSU-Staatsregierung lässt die Schulfamilien und die Sachaufwandsträger damit allein und wälzt ihre Verantwortung ab.“

Klaus Lutz, Medienpädagoge am Medienzentrum Parabol und Impulsredner des Abends, betonte die Wichtigkeit des Erlernens von Medienkompetenz. Er stellte sie gleichrangig neben den drei Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen: „Meine These ist, dass Medienkompetenz als vierte Kulturtechnik genauso wichtig ist wie die anderen Kulturtechniken. Und weil das so ist, bedeutet das für die Zukunft, Bildung digital zu denken und umzusetzen.“ Für Lutz bedeutet das, das Sensibilisieren im Umgang mit allen Medien und das richtige Bewerten und Einschätzen, um am Ende auch ethisch handeln zu können. „Das Erlernen von Medienkompetenz ist ganz wichtig, damit alle Schülerinnen und Schüler aktiv und selbstbestimmt weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.“
Der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Martin Güll, stellt gleich zu Beginn klar: „Pädagogik kommt vor der technischen Umsetzung. Sie ist Grundvoraussetzung.“ Er verwies zudem darauf, dass jede Schule in Bayern eine unterschiedliche Ausgangslage in Sachen Digitalisierung mitbringe. Man müsse aufpassen, so Güll, dass keine Zwei-Klassen-Bildung entstehe. Zunächst gelte es aber, viele Fragen zu klären: Die Fragen der Infrastruktur, der Wartung, des Personals und auch der medienkompetenten Arbeit im Unterricht. „Söder setzt zwar Digitale Bildung auf die Agenda. Im Digitalpakt II wird das aber nur unzureichend bis gar nicht umgesetzt. Im Gegenteil: Söder hat den Ball einfach an die Schulen zurückgespielt.“

Das weiß auch Silke Nicolai, Rektorin der Fürther Otto-Seeling-Schule, aus ihrem Alltag zu berichten. „Gefragt wurden wir hier gar nicht. Es wurde einfach bestimmt. Und jetzt sind die Schulen am Zug.“ Nicolai sieht in der Digitalisierung sowohl Chancen als auch Probleme. Man müsse Jugendliche für die Gefahren sensibilisieren und ein Bewusstsein dafür schaffen. Für die vielfältigen Aufgaben, die die Schule heutzutage zu leisten hat, wünscht sich die Rektorin mehr Unterstützung vom Dienstherren. Ihre Forderungen: „Wir brauchen mehr Lehrerstunden, um Digitalisierung auch angemessen umsetzen zu können und mehr Geld für Pädagogen und Verwaltung. Die Klassenstärken müssen klein gehalten werden. Ich erwarte mir zeitnah eine Entlastung meiner Kolleginnen und Kollegen!“

Auch Bürgermeister und Schulreferent Markus Braun machte aus seinem Ärger über das bisher zögerliche Handeln des Freistaats keinen Hehl: „In Sachen Digitale Bildung sieht es im Freistaat eher bescheiden aus – außer wenn es um vollmundige Ankündigungen geht. Die Herangehensweise ist aber dilettantisch. Der Masterplan Digitalisierung II ist nur ein Tropf auf den heißen Stein.“ Positiv hingegen bewertete der Bürgermeister die Aufhebung des Kooperationsverbotes auf Drängen der Bundes-SPD. Auch die Kleeblattstadt stehe laut Braun vor enormen Herausforderungen: „In Fürth arbeiten wir im Moment an den notwendigen Voraussetzungen für die Umsetzung: an Anschlüssen, Glasfaserkabeln, an der Vernetzung der Schulen mit WLAN. Wir werden die Schulen weiterhin unterstützen, die sich bereits vorbildhaft auf den Weg gemacht haben. Wir wollen aber auch jeden dabei mitnehmen: Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer.“

 

 

 

Einladung zum Empfang „Digitale Bildung. Anspruch – Auftrag – Wirklichkeit“

Die Digitalisierung im Bildungsbereich ist eine komplexe, gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Digitale Medien können dabei helfen, pädagogische Herausforderungen wie den Umgang mit vielfältigen Lerngruppen zu bewältigen und dazu beitragen, mehr Teilhabe und Chancengerechtigkeit zu fördern. Aber was bedeutet das für die Bildung der Zukunft? Und wie können Schülerinnen und Schüler und Pädagoginnen und Pädagogen von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren? Um diese und andere Fragen mit Ihnen zu diskutieren, laden der stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion und Fürther Landtagsabgeordnete Horst Arnold und der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Martin Güll, am 15. März 2016 um 18:30 Uhr zum Empfang „Digitale Bildung. Anspruch – Auftrag – Wirklichkeit“ mit Klaus Lutz vom Medienzentrum Parabol, Markus Braun, Bürgermeister und Schulreferent der Stadt Fürth, und Silke Nicolai, Rektorin der Otto-Seeling-Schule, ins Casino der Fürther Sparkasse (Maxstraße 32).

Programm

  • Begrüßung und Einführung in das Thema
    Horst Arnold MdL

Impulse

  • „Medienkompetenz – die vierte Kulturtechnik?“
    Klaus Lutz, Medienzentrum Parabol
  • „Digitale Realität in der bayerischen Bildungspolitik“
    Martin Güll MdL
  • „Digitale Bildung vor Ort – Realität im Schulalltag?“
    Markus Braun, Bürgermeister und Schulreferent der Stadt Fürth,
    und Silke Nicolai, Rektorin der Otto-Seeling-Schule
  • Aussprache und Diskussion
  • Anschließend Get Together

Um Anmeldung per E-Mail an horst.arnold@bayernspd-landtag.de wird gebeten.

„Wir werden nicht lockerlassen!“ – SPD-Landtagsfraktion lud zur Feierstunde „100 Jahre Frauenwahlrecht“

Anlässlich des Weltfrauentags und des 100. Geburtstages des Frauenwahlrechts in Deutschland lud Landtagsfraktionsvize Horst Arnold zum Empfang nach Fürth. Festrednerin war die Schwabacher Landtagsabgeordnete Helga Schmitt-Bussinger. In seinem Grußwort machte Arnold deutlich, dass es Sozialdemokraten waren, die als erste Partei für eine politische Gleichberechtigung von Mann und Frau eintraten. Bereits 1875 kämpfte August Bebel für die Aufnahme dieser Forderung ins Wahlprogramm. Lange Zeit war die SPD die einzige Partei, die das Frauenwahlrecht forderte. „Wir müssen aber auch vor Ort ganz konkret darauf achten, dass Frauen gefördert werden und Verantwortung übernehmen!“, forderte der örtliche SPD-Kreisvorsitzende Horst Arnold. In Fürth gelinge dies nämlich schon sehr gut. „In unserer SPD-Stadtratsfraktion zum Beispiel sitzen jeweils zur Hälfte Männer und Frauen. Und auch die ReferentInnen-Bank ist so besetzt.“ Doch andere, vor allem konservative Parteien legten auf derartige Selbstverständlichkeiten überhaupt keinen Wert: „Schauen wir doch einmal, wen die CSU als Minister nach Berlin schickt. Drei Herren – und das im Jahr des 100-jährigen Geburtstages des Frauenwahlrechts und kurz vorm Weltfrauentag. Diese Partei hat Gleichberechtigung bis heute nicht verstanden!“

Die Festrednerin Helga Schmitt-Bussinger gab zunächst einen kurzen historischen Abriss über den steinigen Weg bis zum Frauenwahlrecht in Deutschland. Es sei ein erbitterter Kampf gewesen, den man gegen die Konservativen zu kämpfen hatte. Doch damit, so Schmitt-Bussinger, war man noch lange nicht bei einer echten Gleichberechtigung angekommen.  Bis 1987 war der Frauenanteil im Deutschen Bundestag nie höher als 10%. Auch in dieser Legislaturperiode sind es nur 31%.

„Frauen sind heute so erfolgreich wie nie!“, stellte die Schwabacher SPD-Abgeordnete fest, „aber noch immer gibt es eine Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, unter anderem bei der Bezahlung und bei der Besetzung von Führungspositionen.“ Frauen arbeiten nach wie vor vermehrt in „typischen Frauenjobs“ – in der Erziehung, Pflege, in Sekretariaten –, sind häufiger in Teilzeit und daher auch häufiger von Altersarmut betroffen. „Die durchschnittliche Frauenrente liegt seit Jahrzehnten im Schnitt um circa 50% unter der durchschnittlichen Männerrente!“, beklagte Schmitt-Bussinger. „Um all diese Ungerechtigkeiten endlich wirksam anzugehen, fordern wir: Transparenz bei den Gehältern mit einem Entgeltgleichheitsgesetz auf Bundesebene, die Aufwertung und bessere Bezahlung von sozialen Berufen, die Einführung eines Gleichstellungsgesetzes für die Privatwirtschaft und die Erhöhung des Frauenanteils in Vorständen, Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien.“ Zudem müsse eine moderne Gleichstellungs- und Familienpolitik dafür sorgen, dass Kinderbetreuung für alle Familien zugänglich ist – und kostenfrei.

„Auch Gewalt gegen Frauen ist immer noch präsent in unserer Gesellschaft“, bedauerte Schmitt-Bussinger. „Und der Freistaat lässt viele Frauen und Kinder damit im Regen stehen.“ Denn in Bayern stehen derzeit nur 367 Frauenhaus-Plätze zur Verfügung. Der Bedarf ist damit nicht annähernd gedeckt. Jährlich müssten im Freistaat so viele Frauen von Frauenhäusern aus Kapazitätsgründen abgewiesen werden wie in Frauenhäusern aufgenommen werden können. Eine Erhöhung der Mittel von 3,5 auf 6,5 Millionen Euro im Jahr, wie von der SPD-Landtagsfraktion gefordert, hat die CSU erst unlängst trotzdem wieder abgelehnt. „Aber wir werden auch hier nicht lockerlassen!“

Einladung zum Empfang „100 Jahre Frauenwahlrecht“

Kurt Eisner rief am 8. November 1918 nicht nur den Freistaat Bayern aus. Seine Regierung verwirklichte auch die politische Gleichberechtigung von Frauen und Männern – und führte das längst überfällige Frauenwahlrecht ein. August Bebel hatte schon 1875 die Forderung nach einem Wahlrecht für alle Staatsangehörigen im Gothaer Programm der SPD durchgesetzt. Lange war die SPD die einzige Partei, die das Frauenwahlrecht forderte. Und auch heute ist sie die politische Kraft, die für echte Gleichberechtigung kämpft: bei der Bezahlung, bei den Chancen, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gemeinsam wollen unsere Landtagsabgeordneten Horst Arnold, Margit Wild und Helga Schmitt-Bussinger am 6. März um 19 Uhr im Bisto der VHS Fürth (Hirschenstraße 27–29) auf diese 100-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken und die aktuellen Herausforderungen in der Frauenpolitik diskutieren.


Programm

  • Begrüßung
    Eva Reichstadt, Moderatorin des Abends

  • Grußworte und Einführung in das Thema
    Horst Arnold MdL & Margit Wild MdL
    Stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD-Landtagsfraktion

  • Festvortrag: „100 Jahre Frauenwahlrecht“
    Helga Schmitt-Bussinger MdL
    Mitglied im AK Frauenpolitik der BayernSPD-Landtagsfraktion

  • Aussprache und Diskussion

  • Anschließend Get Together

Um Anmeldung per E-Mail an horst.arnold@bayernspd-landtag.de wird gebeten.

Einladung zum Empfang anlässlich des 170. Geburtstages und zu Ehren Karl Grillenbergers

Am 22. Februar wäre die sozialdemokratische Legende Karl Grillenberger 170 Jahre alt geworden. Der Zirndorfer war 1881 der erste bayerische Sozialdemokrat im Reichstag und machte sich unter anderem als Kämpfer für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht sowie die unbeschränkte Versammlungsfreiheit einen Namen. Gemeinsam wollen der Fürther Landtagsabgeordnete Horst Arnold und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag Markus Rinderspacher deshalb auf einem Empfang zu Ehren Grillenbergers am 25. Februar um 16 Uhr in der Paul-Metz-Halle Zirndorf (Volkhardtstraße 33) auf dessen Leben zurückblicken – und in die Zukunft der Sozialdemokratie schauen.

Am 22. Februar 1848 wurde Karl Grillenberger in Zirndorf geboren. Als gelernter Schlosser arbeitete er unter anderem in Nürnberg, Fürth und Zirndorf.1869 schloss er sich der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung an und wurde 1881
im Alter von 33 Jahren als erster bayerischer Sozialdemokrat in den Reichstag gewählt, nachdem er den Wahlkreis Nürnberg-Altdorf gewann. Ab 1893 war er auch Mitglied der bayerischen Abgeordnetenkammer.

Karl Grillenberger ist eine sozialdemokratische Legende: Er machte sich einen Namen als Publizist in zahlreichen lokalen Blättern, als Kämpfer für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht und für die unbeschränkte Versammlungsfreiheit. Sein Geburtstag jährt sich nun zum 170. Mal – für die SPD-Landtagsfraktion ein willkommener Anlass auf sein Leben und Wirken zurückzublicken und auf dieser Basis in die Zukunft der Sozialdemokratie zu schauen.

Programm

  • Grußwort und Begrüßung
    Horst Arnold, MdL
    stellv. Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und örtlicher Abgeordneter

  • Leben und Wirken Grillenbergers – Eine biographische Präsentation
    Klaus Übler
    Geschichtswerkstatt Zirndorf e.V.

  • Festrede „100 Jahre Freistaat Bayern – Demokratie damals und HEUTE“
    Markus Rinderspacher, MdL
    Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion

Um Anmeldung per E-Mail an horst.arnold@bayernspd-landtag.de wird gebeten.

BayernSPD Landtagsfraktion kritisiert hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge im Bereich des Landwirtschaftministeriums

Der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Horst Arnold kritisiert die hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge im Geschäftsbereich des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Wie eine aktuelle Anfrage ergab, waren dort im Jahr 2017 5873 Personen beschäftigt, davon 800 bzw. 14 Prozent befristet. Besonders akut ist die Situation im Technologie- und Förderzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Straubing, das 50 Prozent der Mitarbeiter befristet beschäftigt. „Die Staatsregierung predigt gerne Nachhaltigkeit, gleichzeitig ist ausgerechnet im Zentrum für Nachhaltigkeit jeder zweite Arbeitsplatz befristet. Das ist reiner Hohn!“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

In der Landesanstalt für Landwirtschaft sieht es nicht besser aus. Hier stieg die Zahl der befristeten Arbeitsverträge von 21 Prozent im Jahr 2012 auf aktuell 25 Prozent. Arnold: „Jeder vierte Mitarbeiter muss dort um seinen Arbeitsplatz bangen. Gleichzeitig kommen immer neue Herausforderungen auf das Landesamt für Landwirtschaft zu: Ernährungsbildung, Glyphosatexitstrategie oder der Kampf gegen Bodenerosion.“

Wer Erfolge von zuverlässigen Mitarbeitern feiere, sollte ihnen und ihren Familien auch eine Zukunftsperspektive geben. Der weitere Personalabbau müsse dringend gestoppt werden und die von der SPD-Landtagsfraktion beantragten Entfristungen umgehend vollzogen werden, fordert Arnold.

SPD-Landtagsfraktionsvize Arnold und SPD-Stadtratsfraktion: Stadt Fürth steigt aus Glyphosateinsatz aus

Nachdem ein Missbilligungsantrag der SPD-Landtagsfraktion vor zwei Wochen im bayerischen Landtag an der absoluten CSU-Mehrheit scheiterte, bringt nun die SPD-Stadtratsfraktion in Abstimmung und enger Zusammenarbeit zwischen dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und agrarpolitischen Sprecher Horst Arnold und dem Fraktionsvorsitzenden Sepp Körbl einen wichtigen gestaltenden Antrag in den Stadtrat ein.

Aufgrund des Rechtsbruchs des Bundeslandwirtschaftsministers Schmidt ist Glyphosat als Totalherbizid in Europa für weitere fünf Jahre zugelassen. „Dieser verhängnisvollen Situation kann nur durch ein umgehendes nationales Verbot und auf die Stadt Fürth bezogen mit Maßnahmen vor Ort, insbesondere Änderungen des Ortsrechts, effektiv reagiert werden“, erklärt Agrarexperte Arnold. „Glyphosat ist grundsätzlich zwar umstritten in Bezug auf krebserregende Wirkungen, unabhängig davon ist aus Gesundheitsfürsorgegründen seine Anwendung drastisch zu reduzieren bzw. einzustellen.“  

SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzender Körbl greift dies nun auf: „Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung bieten sich für die Stadt Fürth Ansätze hier tätig zu werden. Zu einer Versachlichung und Effektuierung der Diskussion vor Ort ist zu klären, welche Flächen relevant sind und auf welche Art und Weise darauf hinzuwirken ist, dass Glyphosat nicht mehr zum Einsatz kommt. Soweit die Stadt Fürth im Garten-, Landwirtschafts- und Grünflächenbereich Beratungsleistungen erbringt, sollte dieses eindeutige Zeichen auch dort umgehend berücksichtigt werden.“

 

Horst Arnold: CSU-Agrarminister Schmidt ist „Marionette von Monsanto“

Angesichts der rechtswidrigen Zustimmung zur Genehmigung von Glyphosat auf EU-Ebene durch Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt wirft SPD-Fraktionsvize Horst Arnold der CSU einen dramatischen Glaubwürdigkeitsverlust vor. „Hier wird der Verbraucherschutz mit Füßen getreten“, sagte Arnold am Mittwoch in der Plenardebatte des Bayerischen Landtags. „Sie machen sich zur Marionette des Pestizidkonzerns Monsanto.“ Es sei klar, dass Glyphosat zum Artensterben beitrage, für Menschen ungesund sei und das Erbgut verändere. 

Arnold hielt der CSU vor, mit dem gegen die Geschäftsordnung der Bundesregierung verstoßenden Verhalten Schmidts die eigenen Grundwerte zu verraten: „Mit missionarischen Eifer predigen sie die Leitkultur und fordern unbedingte Rechtstreue ein, machen sich aber selbst zum Kardinal des Rechtsbruchs.“ Arnold erinnerte daran, dass auch der CSU-Vorsitzende Seehofer in den „vorsätzlichen und kalkulierten Verstoß“ eingebunden war. „Das schürt die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung und führt zu Glaubwürdigkeitsverlust.“

In einem Dringlichkeitsantrag forderte die SPD-Fraktion „schnellstmöglich“ ein deutschlandweites Verbot des Einsatzes von Glyphosat.

Horst Arnold: SPD-Anfrage offenbart massiven Personalmangel bei den Verwaltungsgerichten

Die sechs bayerischen Verwaltungsgerichte ersticken in Arbeit. Grund sind die vielen neuen Asylbewerber durch die Flüchtlingskrise. Das geht aus Zahlen einer SPD-Anfrage hervor.

Demnach haben sich die Verfahren gegen Entscheidungen des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), für die die Verwaltungsgerichte zuständig sind, in den letzten beiden Jahren verzehnfacht: Und zwar von 3.846 zum Stichtag 31.08.2015 auf 39.941 zum Stichtag 31.08.2017. Was die gesamten Verfahren angeht, so gab es bis zum dritten Quartal 2017 bereits 60.000 Verfahren, im Gegensatz zu 40.000 Verfahren im ganzen Jahr 2016.

„Die Zahlen sind einfach nur noch erschreckend!“, konstatiert der SPD-Abgeordnete und Rechtsexperte Horst Arnold. „Die rund 250 Richterinnen und Richter an den Verwaltungsgerichten arbeiten absolut am Anschlag und müssen dringend entlastet werden.“ Ein SPD-Antrag, der mehr Planstellen für die Verwaltungsgerichte fordert, wurde allerdings im heutigen (16.11.2017) Verfassungs-Ausschuss von der CSU abgelehnt.

„Die CSU redet sich damit raus, dass sie für dieses Jahr 66 neue Richterstellen bewilligt hat. Angesichts der explodierenden Zahl der Verfahren ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und führt dazu, dass wichtige Entscheidung im Bezug auf das Bleiberecht unzumutbar in die Länge gezogen werden. Die CSU trägt ihre Sparwut hier auf dem Rücken der völlig überarbeiteten Kolleginnen und Kollegen in den Verwaltungsgerichten aus. Das ist nicht nur zu kurz gedacht, sondern auch unmenschlich“, erklärt der ehemalige Richter.

EU-Fördergelder: Kleine Landwirtschaftsbetriebe werden benachteiligt – Dringlichkeitsantrag der SPD einstimmig verabschiedet

Der landwirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Horst Arnold hat das Fördersystem für Agrarbetriebe in der EU kritisiert und damit im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags vom 15.11.2017 offene Türen eingerannt. Der Ausschuss hat einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag mit den Stimmen aller Fraktionen angenommen. „Die grenzenlose Förderung nach dem Gießkannenprinzip ist ungerecht und schadet unserer bayerischen bäuerlichen Struktur“, erklärt der Fürther Abgeordnete. „Es kann nicht sein, dass 20 Prozent der Großbetriebe 80 Prozent der Fördergelder kassieren und die mittelständischen Betriebe aus Finanznot zumachen müssen. Dieses ungerechte System muss bei der Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik endlich abgeschafft werden!“

Arnold stellt klar: „Besonders vor dem Hintergrund des Brexits wird deutlich, dass der Haushalt der EU schrumpfen wird. Gerade jetzt müssen die Weichen gestellt werden für eine intelligentere Verteilung der Förderungen zum Wohle der mittelständischen Struktur.“

Hintergrund: Das ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim) hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine Studie über die EU-Agrarpolitik erstellt. Das Urteil ist vernichtend. So bekommen 80 Prozent der Höfe mit dem geringsten Einkommen nur 25 Prozent der Direktzahlungen. Die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen erhalten dagegen 55 Prozent.